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Interdisziplinäre Ittinger Fachtagung

In etwa zweijährlichem Rhythmus findet in der Reihe der Ittinger Tagungen eine attraktive, interprofessionell ausgerichtete Fortbildung statt für Fachleute und Freiwillige, die in der Begleitung und Betreuung von demenzbetroffenen, von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen tätig sind.

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Der Mensch im Mittelpunkt

Das vielfältige Programm zeigt, dass ein ganzheitlicher Behandlungs- und Betreuungsansatz für die Palliative Care – und damit auch für die Demenzbetreuung – wesentlich ist. Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland beleuchten somatische, psychische, soziale und spirituelle Dimensionen der Betreuung schwer erkrankter Menschen.

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Palliative und Dementia Care – gemeinsam unterwegs

Im Zentrum der Tagungen stehen innovative Entwicklungen der Behandlung und Begleitung in schwerer Krankheit und am Lebensende, die Förderung von Kommunikation und Zusammenarbeit von Pflege, Medizin, Seelsorge, Sozialer Arbeit und weiterer involvierter Professionen, sowie die Vernetzung der Akteure einschliesslich der lokalen politischen Verantwortungsträger.

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Unser Beitrag zur Weiterentwicklung einer tragenden Sorgekultur

Für die Organisation zeichnet ein interprofessionelles Organisationskomitee. Die Tagung wird ideell, logistisch und finanziell unterstützt vom Kanton Thurgau, von den beiden Landeskirchen und zahlreichen weiteren Organisationen, welche sich mit den beiden Themenkreisen befassen.

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Der verletzliche Mensch –
Schmerzen, Ängste, Einsamkeit

Beitrag zur Weiterentwicklung der Sorgekultur in unserer Gesellschaft


4. Interdisziplinäre Fachtagung in Palliative und Dementia Care

Fachtagung 2022 am 19. Februar 2022

online aus der Kartause Ittingen

Zum Thema

Der verletzliche Mensch
Schmerzen, Ängste, Einsamkeit

… Fatigue, Fragilität, Dünnhäutigkeit, Sinnkrisen. Was Verletzlichkeit ausmacht, ist vielgestaltig. In unseren Zeiten werden diese Begriffe zumeist mit Krankheit und Alter verbunden – die Coronapandemie allerdings zeigt uns nun mit voller Wucht die zur Existenz gehörige Verletzlichkeit des Menschen und jene der Gesellschaft an sich.

Als Betreuende und Begleitende von demenzbetroffenen, schwerkranken oder sterbenden Menschen kennen wir alle die medizinischen, pflegerischen, sozialen und spirituellen Herausforderungen, welche mit dem Verlust von Leistungskraft, Selbstwirksamkeit und Unversehrtheit einhergehen.

Diese Fachtagung bietet Raum zur gemeinsamen Fortbildung von beruflich und freiwillig Engagierten anhand spannender Referate und interaktiver Sessions, für welche die Fachpersonen unterschiedlicher Professionen gewonnen werden konnten. Diese werden sich dabei nicht nur an den Defiziten orientieren, sondern vor allem die mögliche Unterstützung vorhandener Ressourcen in den Blick nehmen.

Ein beschlagenes altes Fenster mit der schwach sichtbaren Botschaft: «I miss you» regt zum Nachdenken an. Nicht zuletzt geht es auch immer wieder darum, eine Haltung einzuüben, welche Verletzlichkeit, Abhängigkeit und Endlichkeit als zum Menschsein gehörig annehmen kann – vom Anfang bis zum Ende des Lebens.

Sich begegnen zu können, war von Anfang an ein Kernanliegen der Tagungen in der Ittinger Reihe. So schmerzt es auch uns, dass wir Ihnen für einmal nicht den üblichen schönen und persönlichen Rahmen in der Kartause anbieten können.

Wir freuen uns auf Sie – auch durch das virtuelle Fenster!
Es erwartet Sie ein interessantes, inspirierendes Programm!

> Das Organisationskomitee
> Unterstützende Institutionen und Organisationen

Credits

Die Veranstaltung «Der verletzliche Mensch – Schmerzen, Ängste, Einsamkeit» ist von der Schweizerischen Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung für die Fortbildung mit 7 Credits anerkannt.

Credits Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin SGAIM: Kernfortbildungscredits-AIM 4.0.

Die Organisatoren versichern, dass sie keinerlei Interessenkonflikten unterliegen, die an der Veranstaltung zu willentlichen wissenschaftlichen Verzerrungen führen können. Das Organisationskomitee verpflichtet sich, mögliche ausserwissenschaftliche Interessenkonflikte, die an der Veranstaltung zu unwillentlichen Verzerrungen führen könnten, anzumelden.   

Das Programm

Referate am Morgen

8.00

Eröffnung und Grussworte

8.15

Was können wir gemeinsam tun, damit palliativ erkrankte Menschen und deren Bezugspersonen in ihrer vulnerablen Situation mehr Sicherheit erfahren?

Petra Nef, Pflegefachfrau und Sozialarbeiterin, MAS Palliative Care, Leiterin Palliative Plus
Myriam Tong, Pflegeexpertin MScN, Aufsuchende Demenzberaterin, Vorstandsmitglied Alzheimer TG  

Nähere Angaben folgen.

9.10

Wer ist der verletzliche, kranke Mensch aus medizinisch-somatischer Sicht und wie kann die moderne Medizin helfen?

Andreas Schoenenberger, Prof. Dr. med., Chefarzt Med. Klinik Kantonsspital Münsterlingen

In diesem Referat wird zunächst versucht, den verletzlichen, kranken Menschen aus medizinisch-somatischer Sicht zu charakterisieren. Alsdann werden Möglichkeiten der modernen Medizin aufgezeigt, wie diesen Menschen geholfen werden kann. Im speziellen wird auf den gebrechlichen, älteren Menschen eingegangen und geriatrische Therapiekonzepte werden aufgezeigt.

10.30

Spiritual Care als Dimension von Palliative und Dementia Care

Karin Kaspers Elekes, Pfarrerin/Dipl.-Päd., MASSc Spiritual Care, Spitalseelsorgerin Kantonsspital Münsterlingen
Stefan Wohnlich, Pfarrer, Seelsorger an der psychiatrischen Privatklink Aadorf, CAS Gerontologie

Auf der Suche nach dem «Mehr des Lebens». Eine chronische Schwersterkrankung wird diagnostiziert? Das Lebensende rückt in den Blick? Betroffene und ihre Angehörigen stellen im Erleben ihrer eigenen Fragilität Fragen, die den bisherigen Horizont oft übersteigen und die sie nicht selten ratlos machen: Was gibt meinem Leben Sinn? Halt? Welche nähere und weitere Perspektive hat mein Leben? Ein hörendes Gegenüber wird diese spirituellen Bedürfnisse wahrnehmen und Raum zur Exploration schaffen.

Seelsorgende bieten im interprofessionellen Team sowohl im Bereich allgemeiner als auch spezialisierter Palliative Care Hand durch ihre Kompetenzen in Spiritual Care. Denn: Spiritualität ist eine bedeutsame Ressource für das Leben – bis zum Schluss!

11.30

Für eine Ethik der Verletzlichkeit

Giovanni Maio, Prof. Dr. med., M.A. phil., Lehrstuhl für Medizinethik, Universität Freiburg

Nähere Angaben folgen.

12.30

Verabschiedung nach dem Morgenprogramm

Mittagspause


Parallele Teilkonferenzen am Nachmittag

In der Praxis tätige Fachpersonen geben in parallelen Referaten Impulse für die anschliessende offene Diskussion in kleineren interprofessionellen Gruppen. Die Kernthemen der Tagung werden noch einmal vertieft: Schmerz, Angst, Einsamkeit, spirituelle Bedürfnisse. Die TeilnehmerInnen entscheiden sich bei der Anmeldung für eine der Teilkonferenzen. Der Prozess wird moderiert und die Ergebnisse sollen wo immer möglich anschliessend allen TeilnehmerInnen auf der Website zur Verfügung gestellt werden.

14.30

Schmerz

Birgit Traichel, Dr. med., Leitende Ärztin Palliative Care Thurgau, Kantonsspital Münsterlingen

Schmerz lass nach! … Einblicke in die Praxis des Erkennens und Behandelns von Schmerzen.
Das Auftreten von Schmerzen ist eine häufige Komplikation fortgeschrittener Krankheiten, dies kann Ausdruck der schwerer körperlichen Erkrankung als auch der existentiellen Belastungssituation sein. Nebst einer fachgerechten medikamentösen Therapie benötigen die betroffenen Menschen z.T. auch Unterstützung in weiteren Bereichen, psychosozial als auch spirituell. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis einer Palliativstation werden verschiedene Aspekte der Erkennung, des (Mit-)Tragens und der Behandlung von Schmerzen diskutiert.

14.30

Angst

Bernd Ibach, PD Dr. med., Chefarzt Zentrum Alterspsychiatrie und Privé, Clienia Littenheid
Marie-Luise Hermann, Dr. phil., Therapeutische Leitung im Zentrum Alterspsychiatrie und Privé

Angst als Ausdruck von Verletzlichkeit. Mit zunehmendem Alter nehmen die Risiken für Chronizität und Schwere von Erkrankungen zu. Gefühle von Endlichkeit, fehlender Teilhabe, Schwäche, Hilflosigkeit können entstehen. Die Reaktionen auf diese Gefühle sind individuell sehr unterschiedlich und äussern sich in ganz verschiedenen Formen der Angst. Das Erkennen von Ängsten, Ursachen und Lösungsmöglichkeiten sind Thema dieser interdisziplinären Veranstaltung.

14.30

Einsamkeit

Sara Müller, Pflegefachfrau HF, Palliative Care, CAS Sozialversicherungsrecht
Sarah Sieber, Pflegefachfrau HF, Pallivative Care, Psychoonkologische Beraterin SGPO, Stv. Bereichsleitung Pflege, Krebsliga Thurgau

Der verletzliche Mensch – soziale Dimensionen – Einsamkeit. Der verletzliche Mensch ist immer in allen Dimensionen betroffen. Sowohl physisch, psychisch, spirituell wie auch sozial. Vielfältige Einflüsse wie z.B. Verlust des Arbeitsplatzes, finanzielle Probleme, Veränderungen in Beziehungen können Einsamkeit verstärken und sich wiederum auf die anderen Dimensionen des Menschenseins auswirken.

14.30

Spiritualität

Meret Engel, Lic. theol. / DAS Pastoralpsychologie und Seelsorge, Pfarrerin und Klinikseelsorgerin in der Psychiatrie SG Nord

«Im Schatten deiner Flügel suche ich Zuflucht» – über die Ressource der Spiritualität an den Rändern des Lebens. Spiritualität reduziert den Menschen nicht auf das Fassbare und Messbare, sondern geht dem nach, was den Menschen im Innersten inspiriert und trägt. Sie kann so dem verletzten und sterbenden Menschen einen Sinnhorizont, eine Würde und eine Annahme auch des Bruchstückhaften schenken. Im Input zeigt Meret Engel auf, wie man spirituelle Bedürfnisse erkennt, sie aufnehmen und ihre Ressourcen nutzen kann.

16.00

Verabschiedung und Tagungsende

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Die Referentinnen und Referenten

Die Referentinnen und Referenten unterschiedlicher Professionen begleiten Sie mit spannenden Vorträgen.

Petra Nef

Pflegefachfrau und Sozialarbeiterin, MAS Palliative Care, Leiterin Palliative Plus

Myriam Tong

Pflegeexpertin MScN, Aufsuchende Demenzberaterin, Vorstandsmitglied Alzheimer TG

Andreas Schoenenberger

Prof. Dr. med., Chefarzt
Med. Klinik Kantonsspital Münsterlingen

Karin Kaspers Elekes

Pfarrerin/Dipl.-Päd., MASSc Spiritual Care, Spitalseelsorgerin Kantonsspital Münsterlingen

Stefan Wohnlich

Pfarrer, Seelsorger an der psychiatrischen Privatklinik Aadorf, CAS Gerontologie

Giovanni Maio

Prof. Dr. med., M.A. phil., Lehrstuhl für Medizinethik, Universität Freiburg

Birgit Traichel

Dr. med., Leitende Ärztin Palliative Care Thurgau, Kantonsspital Münsterlingen

Bernd Ibach

PD Dr. med., Chefarzt Zentrum Alterspsychiatrie und Privé, Clienia Littenheid

Marie-Luise Hermann

Dr. phil., Therapeutische Leitung im Zentrum Alterspsychiatrie und Privé, Clienia Littenheid

Sara Müller

Pflegefachfrau HF, Palliative Care,  CAS Sozialversicherungsrecht

Sarah Sieber

Pflegefachfrau HF, Palliative Care, Psychoonkologische Beraterin SGPO,
Stv. Bereichsleiterin Pflege Krebsliga Thurgau

Meret Engel

Lic. theol. / DAS Pastoralpsychologie und Seelsorge, Pfarrerin und Klinikseelsorgerin in der Psychiatrie SG Nord

Espresso_Art
Musikalisches Intermezzo

Arthur Schneiter,
Bildhauer und Künstler

Arthur Schneiter hat seine Werkstatt im Thurgauischen Schönenberg. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit Klangsteinen, Skulpturen und Installationen und wurde 2006 mit dem Kulturpreis des Kantons Thurgau ausgezeichnet.

Wasser und Reibung erzeugen Schwingung, entlocken den stummen Steinen Klänge, die den ganzen Raum erfüllen. Mal ganz zart, mal schreiend, führt das Spiel von Gewicht und Leichtigkeit, Vibration und Resonanz zum Seelenklang jenseits von Akkorden und Melodien.

arthurschneiter.ch

Ittinger Fachtagungen 2015 – 2019

Unsere Unterstützer

Die Verantwortlichen danken folgenden Organisationen für ihre freundliche Unterstützung!


Das Organisationskomitee

Für die Organisation zeichnet ein grundsätzlich ehrenamtlich tätiges interprofessionelles OK, welches in der Ausrichtung der Tagung ideell, logistisch und finanziell Unterstützung erfährt vom Kanton Thurgau, den beiden Landeskirchen und zahlreichen weiteren Organisationen, die sich mit den beiden Hauptthemen befassen.

Cornelia Graf, Jasmin Hanselmann, Brigitte Hascher, Alex Hutter, Bernd Ibach, Roman Inauen, Karin Kaspers Elekes, Christa Lanzicher, Christine Luginbühl, Petra Nef, Iris Perle, Martin Peterson, Heidi Schänzle Geiger, Jacques-Emmanuel Schaefer, Theo Scherrer, Birgit Traichel, Lukas Weinhold, Stefan Wohnlich

Wir freuen uns, Sie an der Tagung kennen zu lernen!